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Sammlung Dagmar und Manfred Chobot: 800 Stück Herzblut

In der Albertina kann man derzeit sehen, wie man mit entsprechenden Mitteln eine „international bedeutende“ Sammlung von Zeichnungen zusammenstellen kann. Florence und Daniel Guerlain haben es mit ihrem Vermögen geschafft, eine Sammlung von über 1.200 Zeichnungen internationaler Künstlerinnen und Künstler zu erwerben und sich damit in die Liste der 200 wichtigsten Kunstsammler*innen weltweit zu kaufen. Siehe dazu unsere Kritik zur Ausstellung „A Passion for Drawing.“

Unweit der Sammlung Guerlain präsentiert die Albertina aber auch eine Auswahl einer mit viel weniger Geld aber viel Herzblut erworbenen und für Österreich umso bedeutenderen Sammlung: 800 Kunstwerke, neben Zeichnungen auch Malerei und Skulptur, haben Dagmar und Manfred Chobot der Albertina vor kurzem geschenkt.

Zusammengetragen haben die beiden ihre mehr als die doppelte Zahl an Exponaten umfassende Sammlung in mehr als vierzig Jahren, beginnend in den 1960-er Jahren in denen sich die Bank-Angestellte und der Schriftsteller oft genug das Geld für die Kunst mühsam ersparten bzw. auf Raten bezahlten. So war die Kunst immer wichtiger als ein neuer Kühlschrank oder Tickets für Straßenbahn und Bus - da ging Dagmar Chobot lieber zu Fuß in die Bankfiliale in der sie arbeitete.
1971 folgte die Gründung einer Galerie am Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk die 1983 in die Domgasse im ersten Bezirk übersiedelte, wo sie auch heute noch zu finden ist. Dort und darüber hinaus zeigten, verkauften und sammelten die beiden Kunstwerke, die selbst für die umfangreichen Bestände der Albertina eine höchst willkommene Ergänzung darstellen, wie Direktor Klaus Albrecht Schröder anlässlich der Präsentation der ersten (kleinen) Sammlungsausstellung beinahe überrascht bemerken musste. Es sind gerade die frühen Sammlungsstücke, die der Albertina bislang weitgehende fehlten, erste Zeichnungen und Fotos von Erwin Wurms „One Minute Sculptures“ etwa, oder Zeichnungen, Malerei und Skulpturen von Alfred Hrdlicka und des heute kaum noch gezeigten Erhard Stöbe. Umfangreich auch die Schenkung in einem Bereich, den die Albertina lange Zeit vernachlässigt hatte: die Werke der Gugginger Künstler. Ein weiterer Schatz der nun in die Albertina geht ist der gesamte Nachlass des expressiven Zeichners Karl Anton Fleck. Die Sammlung umfasst nur wenig junge Kunst, da den beiden, wie Dagmar Chobot betont, vor allem die Künstler*innen ihrer Generation wichtig waren. Eine Ausnahme ist die 1978 geborene Zeichnerin Sevda Chkoutova, der die Galerie noch in diesem Herbst eine Ausstellung aktueller Zeichnung widmete.
Die Sammlung Chobot ist ein Zeitdokument österreichischer Kunstgeschichte und für die Albertina auch im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung der Albertina Modern im Künstlerhaus relevant. Werke der Gugginger Künstler und Cornelius Colig aus der Sammlung Chobot werden dort in der Eröffnungsausstellung zu sehen sein.

Sammlung Dagmar und Manfred Chobot
13.12.2019 - 23.02.2020

Albertina
1010 Wien, Albertinaplatz 1
Tel: +43 1 534 83 -0, Fax: +43 1 533 76 97
Email: info@albertina.at
http://www.albertina.at
Öffnungszeiten: Tägl. 10-18h, Mi 10-21 h


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