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Korakrit Arunanondchai, Alex Gvojic - No history in a room filled with people with funny names 5, 2018

Hintergründige vereinnahmende Wohlfühlhöhle


Zwei beleuchtete Stofftierhasen begrüßen Einen vor dem Eingang zu dem verdunkelten Raum. Eine grün leuchtende Installation aus Laserlicht und Pflanzen empfängt die Besucher drinnen. Sofort hat man den Eindruck von Natur, obwohl augenscheinlich künstlich erzeugt geben die Pflanzen dem Raum Atmosphäre. Die Biennale Besucher nehmen am Boden Platz um die sich am anderen Ende des Raumes befindliche 3 Kanal Installation von Koroakit Arunanondchai und Alex Gvojic mit dem Performancekünstler boychild anzusehen. Es ist das Dokument ihrer Zusammenarbeit der letzten 6 Jahre.
Es herrscht Kino-Atmosphäre mit Sitzpölstern. Die perfekt produzierten Bilder – sie bestehen zum Großteil aus Archivmaterial der gefilmten Live-Performances von boychild, aus Aufnahmen des Film-Serien „Ghost: 2561“ und TV-Nachrichtenaufnahmen von 2018 über das in einer Höhle von Chang Mai eingeschlossene Buben-Fußballteam und deren Rettung – werden durch den Sound von Aaron David Ross getragen, in ihrer Wirkung unterstützt und ermöglichen dem Publikum vielfältige Assoziationsketten. Sphärische Klänge mit Chorgesängen erzeugen eine einnehmende Stimmung und helfen der Inszenierung, uns ganz in ihren Bann zu ziehen. Eine thailändische Männerstimme aus dem Off erzählt die reale Geschichte Thailands, vermischt mit buddhistischen/thailändischen Legenden.
Als visuelles wiederkehrendes Motiv findet sich der (Stoff-)Hase im Mond, der auch im Film seinen Auftritt hat und dessen Legende erzählt, fortgesponnen und mit dem Ende der Welt verknüpft wird. Ebenso als wiederkehrendes Element werden grün gefärbte Sequenzen eingesetzt. Als Filter über Personen gelegt oder mit grün gefärbten Darstellern wird die Farbe plakativ ins Spiel gebracht und gewinnt an Bedeutung, verweist darauf, dass die Menschen von der Natur separiert sind und sich getrennt fühlen. Gut kann man in dieses Szenario eintauchen. Mittels multisensorischer Technik und Künstlichkeit wird man durch die Erzählweise in Kombination mit der Atmosphäre des Raums in einen nicht durchschaubaren Mythos hineingezogen und kann zusätzlich ein Gefühl von Einheit, Gemeinsamkeit und Verbundenheit mit den Protagonisten der Videos und den anderen Betrachtern im Raum erleben.

 

No history in a room filled with people with funny names 5, 2018
Korakrit Arunanondchai, Alex Gvojic

with boychild

3 channel video, 30:44 min
Music producer Aaron David Ross

Installation: Mixed seashells, tree branches, laser harp, hazer, resin, LED lights, fabric pillows

Courtesy the Artists

Spotted on La Biennale die Venezia 2019
"May you live in interesting times"

Video © artmagazine.cc

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Tipp:
Noch bis zum 10. November ist eine Ausstellung von Korakrit Arunanondchai in der Wiener Secession zu sehen. In der Secession werden u.a. seine früheren Videos 2556 (2013), Painting with history in a room filled with people with funny names 3 (2015), und with history in a room filled with people with funny names 4 (2017) gezeigt.

-->www.secession.at

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